Emmaus 2Und sie bewegt sich doch … nein, nicht die Bahn ist gemeint sondern die Gemeinde St. Joseph gemeinsam mit der evangelischen Nachbargemeinde St. Markus. Denn am 10. Mai war das Ziel des ökumenischen Emmausganges die katholische Pfarrkirche Pius X. in Hohenstein-Ernstthal.

Als Treffpunkt diente der Bahnhof in der Karl-May-Stadt, aber nur eine glaubenssichere Minderheit hatte die Bahn genutzt. Alle anderen, auch die Geistlichen, waren dann doch mit dem Auto angereist. Was das wohl heißen mag?

Die Emmausgänger und -gängerinnen hatten übrigens einen wunderschönen sonnendurchfluteten Nachmittag vor sich: Der Weg führte sie erst über einen Berg mit der beeindruckenden Aussicht auf die Stadt, dann kurze Zeit an der B173 entlang also mitten ins Leben und schließlich  über die Felder direkt durch den grell gelb blühenden Raps zum Ziel: die Kirche. Da Christen auch Menschen sind, gab es zunächst aber Kaffee und Kuchen, Gespräche erfüllten den Raum und Pater Sarath erzählte Witze, über die wirklich gelacht wurde.Emmaus 3

Dann aber die Kirche: Anders. Roter Beton und ein überdimensionales Omega, das Alpha am Altar.    Eine Kirche, die das herausforderne Wort Jesu symbolisiert: Ich bin der Anfang und das Ende. Und dann die Worte Pfarrer Schlambers, er selbst im Ruhestand, doch wie es schien, gerade deshalb lebendig und pointiert – obwohl er selbst das Alpha schon lange hinter sich gelassen hat. Alle hören gebannt zu, wie er mit seinen Worten den Kirchbau lebendig werden läßt. Die Rede hat etwas Komödiantisches. Sie passt zum Ort.

Dann ist der Emmausgang am Ziel. Ökumenisch war er definitiv, wenn gleich auch mit vertauschten Vorzeichen: Die Katholiken stellten die größte „Fraktion“. Unsere Geschwister im evangelischen Glauben waren nach dem Motto anwesend: Aller guten Dinge sind drei. Übersetzt: Aller guten Gläubigen aus St. Markus sind drei. Aber was soll’s, denn Jesus Christus spricht: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Der Tag klang in der Kirche aus, ein guter Ort.

Johannes Ciesielski

Ökumenischer Emmausgang