Paschkeambo25 Jahre verheiratet sein, heißt Silberhochzeit. Das gibt es ja relativ oft.
Aber 25 Jahre mit einer Gemeinde „verheiratet“ zu sein, wie heißt das eigentlich? Dafür gibt es wohl keinen Begriff, weil es so selten vorkommt. Unser Pfarrer Hans-Joachim Paschke ist so ein seltenes Exemplar. Die Jüngeren kennen gar keinen anderen Gemeindepfarrer und wir Älteren sind mit ihm gemeinsam ergraut.
25 Jahre, das sind tausende Gottesdienste (weit über 2000 Predigten!), hunderte Taufen, Trauungen, Beerdigungen und und und….

Und jetzt der verdiente Ruhestand.

MesseAbschiedPaschke2Nach bewährter Josephs-Tradition hieß das: ein Fest als Dank und als Abschied – möglichst rauschend – muss her. Und so wurde lange geplant, geprobt, geräumt, gebacken und ein Vertrag mit Petrus ausgehandelt….

Petrus hat sein Wort gehalten und so lachte die Sonne und alle Biertische konnten dort stehen bleiben, wo sie am Sonntag vormittag aufgebaut worden waren, denn dass der Pfarrsaal zu klein sein würde, war uns allen klar.
Und dann der letzte „amtliche“ Gottesdienst in einer übervollen Kirche mit 12 Zelebranten, darunter ehemalige Kapläne, Diakone, Praktikanten.
Für einen Priester, der als Zweitberuf  am liebsten Musiker geworden wäre, musste der Gottesdienst ganz einfach mit viel Musik ablaufen: die excellente Blasmusik der 3 evangelischen Nachbar-gemeinden und eine gesungene Messe. So war die G-Dur-Messe von Schubert mit den vereinten Chören von St. Joseph und der Propstei, Orchester und Solisten unser Geschenk an ihn. Und als Überraschung am Ende des Gottesdienstes ein im wahrsten Sinne des Wortes „mit Pauken und Trompeten“ geschmettertes „Halleluja“ von Händel.
AbschiedPaschkeHof
Übrigens war der Prediger Prälat Rachwalski der ehemalige sehr beliebte Jugendpfarrer in seiner  Heimatpfarrei Annaberg-Buchholz und hatte wohl auch eine kleine Aktie an der Berufswahl unseres Pfarrers.
Den Nachmittag im Gemeindesaal und auch im Gelände kann man so zusammenfassen:
Massen an fröhlichen Menschen, viele weither gereiste Gäste und Mitstreiter, ein riesiges Kuchen- und Tortenbüfett (Dank an die Küchenbesatzung für ihren schweißtreibenden Job!), eine DIA-Show mit Fotos aus 25 Jahren – da hat so mancher gemerkt, wie der Zahn  der Zeit bei sich selbst genagt hat, Zirkus und Spiele mit den Kindern…

Und dann das „Kulturprogramm“, bei dem alle Gruppen der Gemeinde ihrem Pfarrer noch einmal und fast ohne Ausnahme musikalisch gedankt haben. Natürlich mit den entsprechenden netten  Seitenhieben auf die bekannten Schwächen und Vorlieben, vom Rauchen, über die Kollekten, die Handynutzung oder diese heiß verehrte, unbekannte Sängerin aus Avignon! Auf welchem Balkon oder  Garten wird wohl die von der Jugend gestiftete Raucherbank ihren Ehrenplatz bekommen?
Nach einer besinnlichen Andacht mit nachdenklichen Tönen endete der Tag sehr spät abends beim Grillen und mit einem köstlichen Salatbuffett.
AbschiedPaschkeSaal
Wir möchten unserem Pfarrer noch einmal ganz herzlich danken. Jetzt kann und wird er die  ungewohnte freie Zeit so nutzen, wie er es sich sicher schon lange gewünscht hat. Dazu wünschen wir ihm von Herzen Gesundheit und Gottes Segen und uns gelegentlich eine „Vertretung“ in alter Mission. Wie haben wir ihm doch im Pfarrsaal singend Mut gemacht?

Ich zähle zwar zum alten Eisen, aber Schrott bin ich noch lange nicht,
unter der Asche ist noch Glut, die treibt mich um und macht mir Mut!

Ingrid Bartl

Abschied von Pfarrer Paschke am 28. Juni 2015